Marktzinsmethode: Das Fundament der Zinsergebnissteuerung

Ohne Marktzinsmethode keine saubere Ergebnistrennung – sie macht aus dem Zinsergebnis ein steuerbares Konstrukt.

Definition

Die Marktzinsmethode ist das methodische Rückgrat der Zinsergebnissteuerung in deutschen Kreditinstituten. Sie bewertet jedes Kundengeschäft mit einem laufzeitkongruenten Marktzins (Opportunitätszins) und zerlegt so den Zinsüberschuss in seine Ergebnisquellen: den Konditionsbeitrag als Vertriebsleistung und den Strukturbeitrag als Treasury-Leistung. Der Marktzins dient dabei als Transferpreis zwischen Vertrieb und Treasury – vergleichbar mit einem internen Verrechnungspreis, der faire Ergebnisverantwortung erst möglich macht.

Bezug zur Triangulation

Das Team setzt die Methodik operativ um und stellt die korrekte Zuordnung der Transferpreise sicher, Führung nutzt die Ergebnisse für strategische Preis- und Positionierungsentscheidungen, die Organisation definiert die methodischen Standards und sorgt für Konsistenz zwischen Vertriebs- und Treasury-Steuerung.

Steuerungsimpuls

Die Marktzinsmethode ist kein akademisches Konzept, sondern das Werkzeug, das Ergebnistransparenz überhaupt erst herstellt. Ohne sie bleibt unklar, ob ein gutes Zinsergebnis dem Vertrieb, dem Treasury oder einfach dem Zinsumfeld zu verdanken ist. In der Steuerungspraxis zeigt sich die Qualität der Marktzinsmethode an den Details: Stimmen die Mischungsverhältnisse für variable Produkte? Werden Sondertilgungsrechte korrekt bepreist? Sind die Transferpreise aktuell? Wer diese Fragen sauber beantwortet, hat ein Steuerungsinstrument, das Vertriebsgespräche versachlicht und Treasury-Entscheidungen fundiert.

Verwandte Begriffe

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