Verlustfreie Bewertung: Wenn Zinsrisiken bilanzwirksam werden

Der Stichtag, an dem die ökonomische Realität des Zinsbuchs in der HGB-Bilanz ankommt – und Rückstellungsbedarf sichtbar wird.

Definition

Die Verlustfreie Bewertung des Zinsbuchs (nach IDW RS BFA 3) prüft, ob aus dem bankbuchbezogenen Zinsgeschäft ein Verpflichtungsüberschuss droht. Dabei werden die künftigen Zinserträge und -aufwendungen aller zinssensitiven Positionen barwertig gegenübergestellt. Übersteigen die Aufwendungen die Erträge, ist eine Drohverlustrückstellung nach HGB zu bilden. Für Sparkassen ist die Verlustfreie Bewertung der Moment, in dem Zinsrisiken nicht mehr nur im Risikocontrolling, sondern auch in der Bilanz sichtbar werden.

Bezug zur Triangulation

Das Team berechnet die Barwerte und liefert die Bewertungsergebnisse, Führung verantwortet die strategischen Implikationen einer möglichen Rückstellung, die Organisation stellt sicher, dass die Bewertungsmethodik konsistent mit IRRBB-Steuerung und Jahresabschluss ist.

Steuerungsimpuls

Die Verlustfreie Bewertung ist die Schnittstelle zwischen ökonomischer Steuerung und bilanzieller Realität. Während IRRBB und Barwertperspektive den ökonomischen Substanzwert zeigen, macht die Verlustfreie Bewertung das Ergebnis für Vorstand und Verwaltungsrat greifbar: Muss eine Rückstellung gebildet werden – ja oder nein? In der Steuerungspraxis sollte die Verlustfreie Bewertung nicht erst zum Jahresende betrachtet werden. Wer sie unterjährig simuliert, erkennt rechtzeitig, ob Absicherungsmaßnahmen angepasst werden müssen, bevor der Bilanzstichtag Fakten schafft.

Verwandte Begriffe

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