Definition
Der Dispositionsrahmen ist das operative Bindeglied zwischen dem Risikoappetit des Vorstands und dem täglichen Handeln in Treasury und Risikocontrolling. Er definiert konkrete Limite, Schwellenwerte und Eskalationsstufen für alle wesentlichen Risikoarten – von Zinsänderungs- über Spread- bis Liquiditätsrisiken. Typischerweise wird der Dispositionsrahmen über eine Ampellogik strukturiert: Grün erlaubt eigenständiges Handeln, Gelb erfordert erhöhte Aufmerksamkeit und Berichterstattung, Rot löst Eskalation und Maßnahmen aus.
Bezug zur Triangulation
Führung definiert den Risikoappetit und genehmigt den Dispositionsrahmen, das Team arbeitet innerhalb der Limite und meldet Überschreitungen, die Organisation stellt die Limitsysteme bereit und sorgt für konsistente Verknüpfung mit Risikotragfähigkeit und ICAAP.
Steuerungsimpuls
Ein guter Dispositionsrahmen gibt dem Team Freiheit innerhalb klarer Grenzen. In der Steuerungspraxis zeigt sich seine Qualität daran, ob er tatsächlich gelebt wird oder nur im Ordner der Organisationsanweisungen verstaubt. Der Schlüssel liegt in der richtigen Granularität: Zu enge Limite führen zu permanenter Eskalation und lähmen das operative Geschäft, zu weite Limite machen den Rahmen wirkungslos. Wer den Dispositionsrahmen regelmäßig mit der aktuellen Risikoposition abgleicht und die Schwellenwerte an veränderte Marktbedingungen anpasst, hat ein lebendiges Steuerungsinstrument statt einer statischen Compliance-Dokumentation.
Verwandte Begriffe
Vertiefen Sie das Thema
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