MaRisk: Das regulatorische Fundament der Banksteuerung

Die Mindestanforderungen an das Risikomanagement definieren den Rahmen – wie Sie ihn füllen, entscheidet über Steuerungsqualität.

Definition

Die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) sind das zentrale Regelwerk der BaFin für die Ausgestaltung des Risikomanagements in deutschen Kreditinstituten. Sie konkretisieren die Anforderungen des KWG und bilden den Rahmen für Risikotragfähigkeit, Stresstesting, ICAAP/ILAAP und die Aufbau- und Ablauforganisation. Für Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind die MaRisk weit mehr als eine Compliance-Pflicht – sie definieren, wie Steuerung organisiert sein muss.

Bezug zur Triangulation

Die Organisation übersetzt die MaRisk-Anforderungen in interne Richtlinien und Prozesse, Führung verantwortet die Proportionalität und den Risikoappetit im MaRisk-Kontext, das Team setzt die Anforderungen in der täglichen Steuerungsarbeit operativ um.

Steuerungsimpuls

Die MaRisk sind der Grundriss, auf dem jede Banksteuerung steht. Wer sie nur als Prüfungscheckliste versteht, verschenkt ihren eigentlichen Wert: Sie zwingen zur Systematik. Jede MaRisk-Novelle – zuletzt die 7. Novelle 2023 – bringt neue Impulse für die Steuerungspraxis, von ESG-Risiken über Auslagerungsmanagement bis zur Datengovernance. In der Steuerungspraxis sollten MaRisk-Anforderungen nicht als Fremdkörper behandelt werden, sondern als Leitplanken, die ohnehin sinnvolle Strukturen einfordern. Wer die MaRisk als Gestaltungsrahmen nutzt statt als Pflichtübung, baut eine Steuerungsarchitektur, die auch der nächsten Prüfung standhält.

Verwandte Begriffe

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