Zinsrisiko · Treasury

Durationsrechner

Macaulay Duration, Modified Duration, Konvexität und Basis Point Value für festverzinsliche Wertpapiere – direkt im Browser, keine Anmeldung.

Eingabeparameter

Deutscher Zahlenformat: Punkt = Tausender

Barwert (Clean Price)

Barwert (EUR)
Clean Price (%) Kurs in % des Nennwerts
Rendite (Yield) eingegebene Marktrendite

Duration, Konvexität & BPV

Macaulay Duration Jahre
Modified Duration %-Kursänderung je 100bp
Konvexität Krümmungsmaß
BPV / PVBP EUR je 1bp Zinsshift

Szenarioanalyse (±100bp Zinsshift)

Zinsen +100bp (Kursrückgang)
Nur Duration (linear)
+ Konvexitätskorrektur
Neuer Kurs (approx.)
Zinsen −100bp (Kursanstieg)
Nur Duration (linear)
+ Konvexitätskorrektur
Neuer Kurs (approx.)

Cashflow-Tabelle

Periode Zeit (Jahre) Cashflow (EUR) Diskontfaktor Barwert (EUR) BW-Anteil (%) Duration-Beitrag
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Fachliche Hintergründe

Was ist Duration? Macaulay vs. Modified Duration

Die Duration ist das zentrale Maß für die Zinssensitivität festverzinslicher Wertpapiere.

Macaulay Duration ist der gewichtete durchschnittliche Zeitpunkt der Cashflows – gewichtet mit ihren Barwertanteilen am Gesamtbarwert:

D_Mac = Σ [t × PV(CF_t)] / P
wobei t = Zeitpunkt (Jahre), PV(CF_t) = Barwert des Cashflows, P = Kurs

Sie gibt an, in wie vielen Jahren der Investor sein investiertes Kapital im Durchschnitt zurückerhält.

Modified Duration leitet daraus die prozentuale Preisänderung bei Zinsänderungen ab:

D_Mod = D_Mac / (1 + y/m)
wobei y = Yield p.a., m = Kuponfrequenz

Praktische Interpretation: Bei einer Modified Duration von 4,5 Jahren verliert ein Wertpapier ca. 4,5 % seines Kurswertes, wenn die Marktzinsen um 100bp steigen.

→ Glossar: Barwert / EVE
Was ist Konvexität und warum reicht Duration allein nicht?

Die Modified Duration nähert die Kurs-Rendite-Beziehung durch eine Gerade (lineare Approximation) an. Tatsächlich ist diese Beziehung jedoch konvex – d.h., die Kurve biegt sich nach oben (concave up).

Der Fehler dieser linearen Näherung wächst mit der Größe der Zinsänderung. Die Konvexität korrigiert diesen Fehler:

ΔP/P ≈ −D_Mod × Δy + ½ × C × (Δy)²
wobei C = Konvexität (zweite Ableitung des Kurses)

Bei einem Zinsanstieg um 100bp überschätzt die reine Duration-Näherung den Kursverlust; bei einem Rückgang unterschätzt sie den Kursgewinn. Die Konvexitätskorrektur (immer positiv) mildert beide Effekte.

  • Höhere Konvexität ist bei gleicher Duration vorteilhaft
  • Nullkupon-Anleihen haben die höchste Konvexität ihrer Laufzeitklasse
  • Callable Bonds können negative Konvexität aufweisen
→ Glossar: IRRBB (Zinsrisiko im Anlagebuch)
Was ist der Basis Point Value (BPV/PVBP)?

Der Basis Point Value (BPV, auch PVBP oder DV01) gibt an, wie stark der absolute Marktwert eines Instruments oder Portfolios bei einer Zinsänderung von 1 Basispunkt (0,01%) schwankt:

BPV = D_Mod × P × 0,0001
BPV (EUR) = D_Mod × Marktwert × 0,0001

In der Praxis ist der BPV das wichtigste operative Steuerungsmaß im Treasury:

  • Risikolimite werden häufig in EUR BPV pro Laufzeitband definiert
  • Hedging: Anzahl benötigter Zinsfutures = BPV Portfolio / BPV Futures-Kontrakt
  • IRRBB-Reporting: NII-Sensitivität und EVE-Szenarios bauen auf BPV-Logik auf
  • Steuerungsimpuls: Ein BPV von 50.000 EUR/bp bedeutet bei 10bp Zinsanstieg einen Marktwerteffekt von −500.000 EUR
→ Glossar: IRRBB → Glossar: Marktzinsmethode
Formeln & Berechnungsmethodik

Dieser Rechner verwendet die Standardformeln der Finanzmathematik unter folgenden Annahmen:

  • Flache Zinsstrukturkurve (einheitlicher Diskontierungssatz = eingegebene Yield)
  • Kuponzahlungen erfolgen exakt zu den angegebenen Zeitpunkten
  • Kein Stückzins (Berechnung ab erstem Kupontermin)
  • Jahresbasierung auf tatsächlicher Kuponfrequenz (Actual/Actual approximiert)
P = Σ CF_t / (1 + y/m)^(t·m)
D_Mac = Σ [t · PV(CF_t)] / P
D_Mod = D_Mac / (1 + y/m)
C = Σ [t·(t+1/m)·PV(CF_t)] / [P·(1+y/m)²]
BPV = D_Mod · P · 0,0001

Für regulatorische Zwecke (IRRBB, SREP) sind institutsspezifische Modelle mit tatsächlichen Zahlungsströmen und Zinsstrukturkurven zu verwenden.