Risikoinventur

Die systematische Identifikation wesentlicher Risiken als Ausgangspunkt von Risikoprofil und Risikotragfähigkeit und warum das Unterschätzte gefährlicher ist als das Bekannte.

Definition

Die Risikoinventur ist die systematische Identifikation aller Risiken, denen ein Institut ausgesetzt ist, mit dem Ziel, die wesentlichen von den unwesentlichen zu trennen. Sie ist nach MaRisk regelmäßig und anlassbezogen durchzuführen, in der Praxis mindestens jährlich, und bildet das Risikoprofil, auf dem Risikotragfähigkeit und ICAAP aufsetzen: Nur was als wesentlich erkannt wird, muss mit Kapital unterlegt und aktiv gesteuert werden.

Wesentlichkeits­schwelle

Für die Wesentlichkeit wird in der Praxis häufig eine Schwelle in Höhe von rund 5 % herangezogen; verbindlich ist nicht die Zahl, sondern die nachvollziehbare, institutsindividuelle Begründung, warum ein Risiko wesentlich ist oder nicht.

Steuerungsimpuls

Genau hier liegt der unterschätzte Punkt: Die Risikoinventur entscheidet, was überhaupt in den Blick gerät. Ein Risiko, das nicht als wesentlich identifiziert wird, ist ein Risiko, das niemand steuert. Die gefährlichsten sind selten die großen, offensichtlichen, sondern die, die knapp unter der Schwelle liegen und vom Radar fallen.

Verwandte Begriffe

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