Wo drückt es? Der direkte Einstieg
Wenn einer der folgenden Sätze in Ihrem Haus regelmäßig fällt, führt der Link daneben zur Antwort.
| Symptom aus der Praxis | Wo die Antwort steht |
|---|---|
| „Vertrieb und Treasury streiten, wem die Marge gehört.“ | Artikel 1: Die Marktzinsmethode |
| „Zwei Darlehen, gleiches Etikett, und unser System zeigt dieselbe Marge.“ | Artikel 2: Vom Cashflow zum Margenbarwert |
| „Unsere Margen schwanken mit dem Zinsniveau, obwohl die Geschäfte alt sind.“ | Artikel 1, Prüffrage 2 (Systemtest Fixierung) |
| „Wir wissen nicht, ob wir Vertriebserfolg brutto oder netto messen.“ | Artikel 1: Zurechnung ist noch nicht Erfolg |
| „Bericht und Vorkalkulation nennen unterschiedliche Erfolgszahlen.“ | Artikel 2: Margenbarwert oder laufende Marge |
| „Woher kommen eigentlich unsere Liquiditätskosten?“ | Artikel 4: Der Preis der Liquidität |
| „Blanko und besichert: Wie unterschiedlich muss der Preis wirklich sein?“ | Artikel 1 (Beispiel) · Artikel 6: Sicherheiten wirken über den LGD |
| „Die Nachkalkulation widerspricht der Vorkalkulation.“ | Artikel 10: Vorkalkulation und Nachkalkulation |
| „Bei uns steht der Strukturbeitrag allein als Ertragszeile.“ | Artikel 3: Mindestausweis Strukturbeitrag |
| „Zwei Kredite mit gleicher Zinsbindung haben bei uns dieselben Liquiditätskosten.“ | Artikel 4: Liquidität folgt der Kapitalbindung |
| „Die Liquiditätsposition? Steht in der Ablaufbilanz, LCR und NSFR sind grün.“ | Artikel 5: Der Liquiditäts-Cashflow als Nebenprodukt |
| „Brauchen wir die Grundschuld? Die Bonität ist gut, die Marge trägt das.“ | Artikel 6: Rechenbeispiel am Zehnjahresdarlehen |
| „Wir wachsen, und die Quote fällt.“ | Artikel 7: Eine Zahl für drei Steuerungskreise |
| „Warum bezahlt mein Kredit die Filiale in Neustadt?“ | Artikel 8: Vier Ansätze, vier Fragen |
| „Sondertilgung ist bei uns inklusive.“ | Artikel 9: Sondertilgung am Zehnjahresdarlehen |
| „Unter der Preisuntergrenze wird grundsätzlich nicht abgeschlossen.“ | Artikel 10: Bewusst unterschreiten |
| „Der Forward-Aufschlag wird als Pauschale je Monat gerechnet.“ | Artikel 11: Der typische Fehler |
| „Ich will Konditions- und Strukturbeitrag am Zinsbuch sehen.“ | MZM-Simulator im Testlabor |
| „Ich will es selbst durchrechnen.“ | Kreditbeispiel |
Warum Kalkulation der Schlüssel zur Integrierten Steuerung ist
Kaum ein Instrument der Banksteuerung ist so unterschätzt wie die Einzelgeschäftskalkulation. Sie gilt als Rechentechnik. Dabei ist sie eine Landkarte: In einer einzigen Kreditkalkulation wird sichtbar, wie Vertrieb, Treasury, Risikomanagement und Geschäftsleitung zusammenwirken. Der Konditionsbeitrag gehört zur Preisentscheidung des Vertriebs. Der Strukturbeitrag zur Positionsentscheidung des Treasurys. Die Liquiditätskosten zur Refinanzierungsstrategie. Die Adressrisiko- und Eigenkapitalkosten zur Risikopolitik und zur strategischen Zielverzinsung. Die Betriebskosten zur Prozesslandschaft.
Jede Komponente des Preises ist die Spur einer Entscheidung, und jede Entscheidung hat einen Verantwortlichen. Wer die Kalkulation eines Kredits lesen kann, liest die Steuerung seines Hauses. Genau dafür ist diese Sektion gebaut: nicht buchstäblich jede Risikoart der Gesamtbank erscheint im Kreditpreis (operationelle Risiken oder Geschäftsmodellrisiken wirken nur mittelbar), aber die tragenden Steuerungskreise laufen hier an einem Punkt zusammen wie nirgendwo sonst.
Die Serie: vom Cashflow zur Gesamtbank
Die Serie hat elf Artikel. Sie führt vom Cashflow über den Marktpreis zu Liquidität, Kreditrisiko, Kapital, Betriebskosten und Optionalität, dann zur Gesamtbank und zum Forward-Darlehen als Sonderfall.
- Die Marktzinsmethode: Wer verdient eigentlich was an einem Kredit?
- Vom Cashflow zum Margenbarwert: Was ein Kredit wirklich ist.
- Refinanzierung, Zinsrisiko und Strukturbeitrag: Kein Strukturbeitrag am Einzelgeschäft; Benchmark und aktiver Anteil.
- Liquiditätskosten und Transferpreis: Liquidität folgt der Kapitalbindung; zwei Kurven, ein Geschäft.
- Liquiditäts-Cashflow und Liquiditäts-Strukturbeitrag: Wer entscheidet über die Liquiditätsposition? Nebenprodukt des Swaps, drei Wege, Rollrisiko.
- Adressrisikokosten: Der erwartete Verlust ist kein Verlust, sondern ein Preis. PD × LGD × EAD, Sicherheiten über den LGD, Risikoergebnis.
- Kapitalbindung und Eigenkapitalkosten: Was der Kredit die Kapitalstrategie kostet. Zwei Kapitalbindungen, Verzinsungsanspruch, eine Zahl für drei Steuerungskreise.
- Stück- und Betriebskosten: Die Methode ist die Entscheidung. Vier Ansätze, Deckungsbeitrag I, Größe und Laufzeit.
- Implizite Optionen und Sonderfälle: Was Kundenrechte den Kredit kosten. Sondertilgung, § 489 BGB, Caps, Linien, Förderdarlehen.
- Vom Einzelgeschäft zur Gesamtbank: Preisuntergrenze als Steuerungsgröße und die Deckungsbeitragsstufen bis zur Gesamtbank.
- Forward-Darlehen: Der Forward-Aufschlag als Kurveneffekt und was Vorlaufzeit und § 489 BGB daran ändern.
Zu jedem Artikel gehören Einträge im Glossar. Im Kreditbeispiel rechnen Sie den Kreditpreis selbst durch: geführt am Musterdarlehen oder frei mit eigener Zinsbindung und Kapitalbindung bis 15 Jahre, jeweils bis zum Deckungsbeitrag I und zur kalkulatorischen Preisuntergrenze.
Transparenz und Abgrenzung
Diese Sektion erklärt die Methodik der Einzelgeschäftskalkulation, wie sie in der Standardliteratur und in den EBA-Leitlinien zur Kreditvergabe beschrieben ist. Die Leitlinien nennen Kapital-, Funding-, Betriebs- und Kreditrisikokosten sowie Markt- und Wettbewerbsbedingungen als Preisdimensionen. Ein regulatorisch vorgeschriebenes, einheitliches Kalkulationsschema gibt es nicht: Welche Transferpreiskurven, Risikoparameter, Kapitalallokationen und Kostenverrechnungen ein Haus verwendet, sind institutsindividuelle Steuerungsentscheidungen. Alle Zahlenwerte auf diesen Seiten sind deshalb frei gewählte, synthetische Beispielannahmen in praxisüblichen Größenordnungen. Die Mechanik ist verbindlich, die Parameter sind es nicht.