Risikotragfähigkeit (RTF)

Normative und ökonomische Perspektive, das Zusammenspiel mit dem Risikodeckungspotenzial und warum RTF ein Steuerungssignal ist, kein Prüfungshaken.

Definition

Risikotragfähigkeit bedeutet, dass ein Institut seine wesentlichen Risiken jederzeit durch sein Risikodeckungspotenzial abdecken kann. Sie ist das Fundament des ICAAP und der Punkt, an dem Risikoprofil und Kapitalausstattung aufeinandertreffen.

Zwei Perspektiven seit dem RTF-Leitfaden 2018

Seit dem RTF-Leitfaden 2018 ruht die Risikotragfähigkeit auf zwei parallel und gleichwertig zu erfüllenden Perspektiven: Die normative Perspektive stellt über einen mehrjährigen Horizont sicher, dass das Institut alle regulatorischen Anforderungen fortlaufend einhält; die ökonomische Perspektive betrachtet barwertig, ob die wirtschaftliche Substanz die eingegangenen Risiken deckt. Beide beeinflussen sich gegenseitig: Eine Bank kann normativ tragfähig und ökonomisch angespannt sein oder umgekehrt.

Steuerungsimpuls

Der häufigste Denkfehler ist, RTF als Compliance-Rechnung zu behandeln: „Deckt das Kapital die Risiken? Haken dran.“ Ihr eigentlicher Wert ist ein Steuerungssignal: Sie sagt vorausschauend, wie viel Risiko das Kapital überhaupt erlaubt. Eine grüne Risikotragfähigkeit, die niemand zur Steuerung nutzt, ist eine bestandene Prüfung, keine Steuerung.

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