Szenarioanalyse · Phase 4

Szenariomaker

Eigene Zinsszenarien entwickeln und als bimodales Risikomodell visualisieren. Die regulatorischen EBA-Szenarien bilden die Pflicht ab, aber nicht die hauseigene Marktmeinung. Der Szenariomaker ermöglicht es, eigene Zinsszenarien zu definieren, mit Eintrittswahrscheinlichkeiten zu gewichten und die resultierende bimodale Risikoverteilung zu visualisieren.

Vermögensbilanz

# Bezeichnung Typ Vol. (Mio.) Zins (%) Restlz. (J.)
Mio. €

Basiskurve (Aktuelle Zinskurve)

Szenarien definieren

Zinskurven-Overlay

Weiterführend

Die regulatorischen EBA-Pflichtszenarien finden Sie in der → IRRBB-Simulation (Phase 2). Fachlicher Hintergrund: → Blog: Bimodale Risikoszenarien | → Glossar: Bimodale Verteilung | → Glossar: Szenarioanalyse

Häufige Fragen

Was ist ein bimodales Risikoszenario?

Ein bimodales Risikoszenario beschreibt eine Situation, in der zwei unterschiedliche Zukunftsentwicklungen mit jeweils relevanter Eintrittswahrscheinlichkeit möglich sind, etwa „Zinsen bleiben hoch“ und „schnelle Zinswende“. Die resultierende Wahrscheinlichkeitsverteilung hat zwei Gipfel statt einem, was durch den einfachen Erwartungswert nicht abgebildet wird.

Warum reichen die EBA-Standardszenarien nicht aus?

Die sechs EBA-Zinsszenarien sind regulatorische Pflichtszenarien für den EVE-SOT (Rückgang um mehr als 15 % des Kernkapitals); für den NII-SOT (Rückgang um mehr als 5 % des Kernkapitals, Art. 5 Abs. 1 DelVO (EU) 2024/856) gelten nur die beiden Parallel-Szenarien Parallel Up und Parallel Down. Sie bilden jedoch nicht die hauseigene Marktmeinung ab und berücksichtigen keine Eintrittswahrscheinlichkeiten. Für die strategische Steuerung braucht es eigene Szenarien mit Wahrscheinlichkeitsgewichtung.

Wie funktioniert der Szenariomaker?

Der Szenariomaker ermöglicht es, bis zu vier eigene Zinsszenarien zu definieren, manuell über 13 Stützstellen oder über vordefinierte Marktthesen (Generator). Jedes Szenario erhält eine Eintrittswahrscheinlichkeit. Das Tool berechnet dann ΔEVE und ΔNII für die eingegebene Vermögensbilanz und visualisiert die resultierende bimodale Risikoverteilung.

Was bedeutet wahrscheinlichkeitsgewichteter Erwartungswert?

Der wahrscheinlichkeitsgewichtete Erwartungswert ist die Summe der Szenario-Ergebnisse, jeweils multipliziert mit ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit. Dieser Wert allein verdeckt jedoch die Bandbreite der möglichen Ergebnisse, die erst die bimodale Verteilungsgrafik sichtbar macht.