Definition und Abgrenzung
Credit Spread Risk in the Banking Book (CSRBB) ist das Risiko, dass sich der Credit Spread eines Instruments im Anlagebuch verändert, obwohl die Bonität beziehungsweise das Rating der Gegenpartei unverändert bleibt. Es ist damit sauber abzugrenzen: vom IRRBB, das die Änderung des risikofreien Zinses betrifft, und vom klassischen Adressenausfallrisiko, das die Verschlechterung der Bonität selbst erfasst. CSRBB ist die reine Marktbewegung des Spreads.
EBA-Rahmen und Umfang
Die EBA hat CSRBB mit der Überarbeitung ihrer Leitlinien (Oktober 2022) als eigene Risikokategorie explizit in den IRRBB-Rahmen integriert; es ist im Risikomanagement und im ICAAP zu berücksichtigen und deckt grundsätzlich alle Anlagebuch-Positionen ab (ohne notleidende Engagements). Anders als beim IRRBB sind kein Standardausreißertest, keine regulatorischen Szenarien und kein Standardansatz vorgesehen.
Steuerungsimpuls
Genau daraus folgt der Kern: Weil es keinen Standardtest gibt, hinter dem man sich verstecken könnte, ist CSRBB weniger Rechenaufgabe als Governance-Disziplin. Es zwingt das Institut, eine Haltung zu entwickeln, nicht nur eine Zahl.
Verwandte Begriffe
Passende Tools
- Durationsrechner Spread-Sensitivität über Duration und BPV quantifizieren
- Zinsstrukturkurve Basis-Zinskurve als Ausgangspunkt für Credit-Spread-Analysen
Zusammenhänge sehen
Im Steuerungskompass ist CSRBB als eigener Knoten abgebildet, mit seinen Wechselwirkungen zu IRRBB, Barwert und RWA und dem Zielkonflikt zwischen laufendem Ertrag und Barwert-Volatilität.
Vertiefen Sie das Thema
Im Whitepaper „Triangulation in der Banksteuerung“ erfahren Sie, wie CSRBB integriert mit IRRBB und Ertragssteuerung behandelt wird.