Kurzdefinition
Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde innerhalb eines Jahres ausfällt, abgeleitet aus dem Rating (Kundenmerkmale → Ratingklasse → zugeordnete Ausfallrate). Gehört zum Kunden, nicht zum Geschäft: gleich für alle Kredite desselben Kunden, unabhängig von Sicherheiten.
Haupttext
Die PD (Probability of Default) ist die erste der drei Komponenten des erwarteten Verlusts. Sie kommt aus dem Ratingverfahren: Kundenmerkmale führen zu einer Ratingklasse, der Ratingklasse ist eine Ausfallrate zugeordnet. Weil sie den Kunden beschreibt und nicht das Geschäft, ist sie für alle Kredite desselben Kunden gleich. Eine Grundschuld macht den Kunden nicht kreditwürdiger, sie wirkt auf den LGD. Die PD ist eine Einjahreswahrscheinlichkeit; über zehn Jahre bei konstanter bedingter PD von 0,50 % liegt die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde irgendwann ausfällt, bei 4,89 %. Eine laufzeitadäquate Bewertung braucht ein PD-Profil aus Migrationswahrscheinlichkeiten; aus einer Einjahres-PD allein lässt sich kein Laufzeitfaktor ableiten. Beispiel-Welt der Serie: 0,50 % p. a. für eine solide Firmenkundenbonität.