Unerwarteter Verlust

Abweichung des tatsächlichen Verlusts vom erwarteten in einem schlechten Jahr. Wird nicht bepreist, sondern mit Risikokapital aufgefangen; Kern der ökonomischen Perspektive der Risikotragfähigkeit und Prüfmaßstab für die Kapitalausstattung. Kein Synonym für die regulatorische Kapitalbindung des Einzelgeschäfts.

Kurzdefinition

Abweichung des tatsächlichen Verlusts vom erwarteten in einem schlechten Jahr. Wird nicht bepreist, sondern mit Risikokapital aufgefangen; Kern der ökonomischen Perspektive der Risikotragfähigkeit und Prüfmaßstab für die Kapitalausstattung. Kein Synonym für die regulatorische Kapitalbindung des Einzelgeschäfts.

Haupttext

Der erwartete Verlust ist der Durchschnitt über viele Kredite und Jahre; er wird über die Adressrisikokosten bepreist. In einem schlechten Jahr fällt mehr aus als erwartet, und diesen Ausschlag muss Kapital auffangen. Das Kreditportfoliomodell misst ihn als Verlust, der mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird, und rechnet ihn dem einzelnen Kredit nach seinem Beitrag zum Portfoliorisiko zu. Diese Größe steht in der ökonomischen Perspektive der Risikotragfähigkeit und ist der Prüfmaßstab dafür, ob die Kapitalausstattung dem Risiko angemessen ist. Die Serie rechnet die Eigenkapitalkosten des einzelnen Kredits trotzdem mit der regulatorischen Kapitalbindung (RWA mal strategische Kapitalquote), weil die Kapitalplanung mit der Quote arbeitet. Beide Größen sind richtig, sie beantworten verschiedene Fragen, und die Serie setzt sie nicht gleich.

Verwandte Begriffe

Vertiefung