Kurzdefinition
Die Abfolge aller Zahlungen eines Geschäfts, also Auszahlung, Zins- und Tilgungszahlungen zu definierten Zeitpunkten. Rechengrundlage der gesamten Kreditkalkulation.
Haupttext
Ein Kredit ist kein „Betrag mit Laufzeit“, sondern ein Cashflow: Auszahlung heute, danach Zins- und Tilgungszahlungen nach vereinbartem Plan. Die gesamte Kalkulation, also Opportunitätszins, Liquiditätskosten und Adressrisikokosten, rechnet auf diesem Zahlungsstrom und nicht auf dem Nominalbetrag. Zwei Geschäfte mit gleichem Etikett („5 Jahre, 3,8 %“) können völlig verschiedene Cashflows haben und sind dann verschieden wertvoll und verschieden riskant. Der Cashflow ist zugleich die gemeinsame Sprache der Integrierten Steuerung: Dieselbe Zahlungsreihe, die in der Vorkalkulation bewertet wird, aggregiert das Treasury im Zinsbuch und bewertet das Risikocontrolling im IRRBB. Wer den Cashflow eines Geschäfts sauber aufgestellt hat, kann daraus Marge, Liquiditätsbedarf und Zinssensitivität ableiten.
Aus dem Cashflow entstehen in der Serie der Opportunitätszins im Mischsatz und der Margenbarwert. Ein endfälliges Darlehen und ein Ratendarlehen haben bei gleichem Volumen verschiedene Zahlungsströme und damit verschiedene Opportunitätszinsen. In der Zinsbuchsteuerung ist der Cashflow aller Geschäfte die Grundlage für die Messung des Zinsänderungsrisikos; ein Forward-Darlehen gehört ab Vertragsschluss hinein.
Verwandte Begriffe
Vertiefung
- Artikel Vom Cashflow zum Margenbarwert
- Artikel Forward-Darlehen, Der Forward im Zinsbuch