Erwarteter Verlust (Expected Loss)

Der über viele Kredite und Jahre durchschnittlich zu erwartende Verlust aus Adressausfällen: PD × LGD × EAD. Er wird als Adressrisikokosten bepreist. Gegenstück ist der unerwartete Verlust, die Abweichung in einem schlechten Jahr, die Risikokapital bindet.

Kurzdefinition

Der über viele Kredite und Jahre durchschnittlich zu erwartende Verlust aus Adressausfällen: PD × LGD × EAD. Er wird als Adressrisikokosten bepreist. Gegenstück ist der unerwartete Verlust, die Abweichung in einem schlechten Jahr, die Risikokapital bindet.

Haupttext

Der erwartete Verlust ist keine Risikoposition, sondern ein Kostenbestandteil: Eine Bank, die tausend Kredite an Kunden derselben Bonität vergibt, weiß nicht, welcher ausfällt. Aber sie weiß aus ihrer Historie, wie viele es im Durchschnitt sein werden und wie viel sie zurückbekommt. Dieser Durchschnitt wird auf alle Kredite verteilt und von jedem als Prämie erhoben; in der Kalkulation heißt er Adressrisikokosten. Der unerwartete Verlust ist die Abweichung nach oben in einem schlechten Jahr. Er wird nicht bepreist, sondern mit Risikokapital aufgefangen; die dafür nötige Kapitalbindung verursacht Eigenkapitalkosten, die ebenfalls in den Preis gehören. Sie sind Gegenstand von Artikel 7 der Serie.

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