Kurzdefinition
Der Zeitraum und Umfang, in dem Kapital tatsächlich in einem Geschäft gebunden ist. Er folgt dem Tilgungsverlauf und bestimmt Liquiditäts- und Eigenkapitalkosten.
Haupttext
Die Kapitalbindung beschreibt, wie viel Kapital wie lange im Geschäft steckt: Beim endfälligen Darlehen bleibt der volle Betrag bis zum Ende gebunden, beim Ratendarlehen baut sich die Bindung linear ab, beim Annuitätendarlehen anfangs langsam und später schneller. Sie ist von der Zinsbindung unabhängig: Ein Darlehen kann 20 Jahre Kapital binden, aber nur 10 Jahre festverzinst sein. In der Kalkulation ist die Kapitalbindung die maßgebliche Größe für alles, was am bereitgestellten Kapital hängt: Liquiditätskosten, Eigenkapitalunterlegung und -kosten. Ihre durchschnittliche Dauer über den Cashflow führt direkt zum Konzept der Duration. Wer Liquiditätskosten nur bis zum Zinsbindungsende rechnet, obwohl die Mittel länger bereitstehen, unterschätzt sie systematisch.
Der Begriff hat in der Serie eine zweite Lesart. Neben der Kapitalbindung des Cashflows, um die es hier geht, bindet jeder Kredit Eigenkapital der Bank. Diese Eigenkapitalbindung folgt aus dem Risikogewicht und der strategischen Kapitalquote, nicht aus dem Tilgungsverlauf. Artikel 7 hält beide Bindungen auseinander: Die erste bestimmt die Liquiditätskosten, die zweite die Eigenkapitalkosten.
Verwandte Begriffe
Vertiefung
- Artikel Vom Cashflow zum Margenbarwert
- Artikel Kapitalbindung und Eigenkapitalkosten (Abgrenzung zur Eigenkapitalbindung)